Joulesh

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.12.2005 Beiträge: 36 Wohnort: Dominion Operation Central, Gamma-Quadrant; Breen Prime, Alpha-Quadrant
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Verfasst am: 27.08.2006, 02:40 Titel: CCW-Dominion: Vergangenheit und Gegenwart |
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Zeiteinheit: 1855-283 Zyklen n. Gründung des Dominion (terranisch: 27.August 2383)
Ort: Cardassia-System
Mission: Sicherheit des Dominion
Zwei Stunden. Zwei Stunden sind vergangen. Joulesh kommandierte die Flotte, welche die Cardassianische Union dauerhaft in Scherben schlagen sollte, von einem Dreadnought aus, eines jener monströsen Schiffen, die man erst im Laufe des letzten Krieges entwickelte und die alles aus dem Weg räumte, was sich wagte dort zu befinden.
Zwei Stunden. Vor zwei Stunden hat sich die 7. Flotte im Regulak-System gesammelt, diese Welt nach 30 minütigem Bombardement sterilisiert und flog nun weiter zum vermutlich wichtigstem Ziel in diesem ganzen Konflikt.
Ähnliches geschah bereits mit anderen Welten, doch die meisten wurden schlicht weg besetzt. Die örtliche Bevölkerung leistete teilweise Widerstand, doch die Massen blieben apathisch, solange man wusste, wie man sie beeinflussen musste. Dieser Legat Galvan war ein Idiot, dessen war sich Joulesh sicher, doch er konnte sein Volk auf die richtige Weise beeinflussen. Nichts desto trotz, auch wenn man Galvan seitens des Dominion offiziell als legitime Regierung Cardassias anerkannte, musste er früher oder später verschwinden.
Joulesh erlaubte es sich, einen Blick auf die strategische Konsole zu werfen. Dieses Schiff war immerhin eine Art Brückenkopf für alle Operationen im Umkreis von 20 Lichtjahren. Hier liefen alle Informationen zusammen. Man sah die altdefinierten Grenzen Cardassias und die Lage von Schlüsselsystemen, wie Olmerak oder Sarpedion. Gerade erst war der Bericht über eine kleine klingonische Flotte im Bereich von Chin’toka gemeldet worden. Das gefiel dem Vorta sehr, da die Klingonen vermutlich versuchen würden, cardassianisches Gebiet zu besetzen. Ähnlich betrachtete er die Lage an der EMZ, wo die Tzenkethi gemeinsam mit den Gorn, einer für ihn bislang irrelevanten Rasse, offiziell Planeten okkupierten.
Joulesh musste lächeln. Acht Jahre ist der Krieg her und die einstige Gemeinschaft der Völker, die sich gegen die angebliche Tyrannei des Dominion erhob, ist bereits wieder zerbrochen. Egoismus und Opportunismus.. Das war es, was alle Solids Völker miteinander verband. Selbst die großmächtige Föderation sah einfach nur zu. Diese Völker waren in ihrem unberechenbaren Verhalten doch sehr berechenbar und das würde dem Alpha-Quadranten langfristig das Genick brechen und nicht die Legionen von Jem’Hadar. Dennoch war Vorsicht geboten. Man muss subtiler vorgehen.
Dann fiel Joulesh wieder eine Frage ein, mit der er sich seit zwei Stunden beschäftigte. Wer war der unbekannte Sonderbeauftragte, der vor 2 Stunden an Bord kam und sich noch nicht hatte blicken lassen. Angeblich war es der Wunsch der Gründer höchstpersönlich, dass der Unbekannte an Bord käme und Joulesh bei der stillen Okkupation half.
„Third! Kommen Sie einmal her.“, befahl Joulesh einem Jem’Hadar, der schon alsbald neben ihm stand.
„Vorta?“
„Third... gehen Sie auf Ebene 37 und holen Sie den Sonderbotschafter her. Ich möchte mich mit ihm unterhalten.“
„Jawohl, Vorta.“, verschwand der Jem’Hadar im Lift.
Joulesh wartete. Viel konnte er im Moment auch nicht tun.
Doch schließlich öffnete sich die Tür erneut und der Third trat wieder hinein und ihm folgte eine kleine Gestalt, dessen Gesicht jedem Vorta bekannt war...
Mit überraschtem und ehrfürchtigem Gesicht blickte er zu dem anderen Vorta.
„Sie sind doch...“
„Ja ganz recht. Ich bin es.“
„...Weyoun.“
Glinn Tolak, Wachoffizier in dieser Schicht, saß an seinem Terminal, dass die Heimatverteidigung des Cardassia-Systems überwachte. Es war das dritte Jahr des jungen Offiziers im Dienst.
Er gehörte zu jenen Soldaten, die der Legatin in diesen bitteren Zeiten des Verrats und Gegenverrats treu geblieben waren.
Es war die 10. Stunde und bald sollte er endlich abgelöst werden von seinem besten Freund, mit dem er in der selben Einheit diente.
Bislang war es ruhig und auch in den letzten 3 Monaten gab es keinerlei Anzeichen von Bedrohung dieses Sektors.
Tolak lehnte sich zurück und genoss seine heiße Fischbrühe, die seine Mutter ihm heute mitgab. Er freute sich auf sein zu Hause, auf seine Geschwister, seine Eltern und vor allem auf seine Frau Tora. Sie waren seit wenigen Wochen verheiratet und sie war bereits schwanger. Für Tolak war sie sein ganzer stolz. Fast so wichtig wie seine Uniform.
Der junge Tolak war so in den Gedanken vertieft, dass er gar nicht bemerkte, wie sich auf dem Display des Terminal immer mehr rote Dreiecke abzeichneten. Zwei, Acht, Zweiunddreißig, Sechzig, ... da reagierte auch schon die Automatik und löste einen Alarm aus.
Tolak riss die Augen auf, verschüttete seine Fischbrühe und schrie auch gleich auf, da er sich die Oberschenkel verbrannte.
Dann sprang er auf und verschaffte sich einen Überblick. Er zählte bereits Einhundertneunundachtzig Schiffe mit Warpsignaturen der Jem’Hadar und der Breen, die in das System eindrangen.
Er löste den Großalarm aus, der alle Offiziere auf die Kampfstationen rief und die Zivilbevölkerung zum Selbstschutz aufforderte.
Wenige Sekunden später trat auch sein kommandierender Offizier auf den Plan.
„Warum lösen Sie den Alarm aus, Glinn Tolak?“
„Sehen Sie selbst, Gul“
Der Gul blickte auf das Terminal und verzog sofort die Mime und rannte zurück in den Kommandostand.
„Kommunikationsoffizier. Geben Sie folgende Weisung an alle Offensiv- und Defensivkräfte im Sternensystem: Gefechtsalarm. Dies ist keine Übung. Formieren Sie sich an den vorher bestimmten Positionen und warten Sie auf neue Befehle. Ich wiederhole, dies ist keine Übung. Wir haben es mit einem massiven Angriff durch das Dominion zu tun. Die Heimat ist in Gefahr. Gul Jarok, Ende.“
Glinn Tolak blickte hypnotisiert und verkrampft auf seinen Arbeitsbereich und als er so sah, wie Zahl der eindringenden Schiffe immer weiter wuchs, glaubte er nicht, seine Frau heute noch wieder zu sehen...
28 Uhr. Die Nacht war bereits hereingebrochen. Tora wartete sehnsüchtig auf ihren Mann. Er sollte schon vor 5 Stunden nach Hause gekommen sein, doch er meldete sich nicht. Sie machte sich ernsthafte Sorgen, selbst ihre Schwiegermutter konnte sie nicht beruhigen.
Ihr blieb nichts anderes übrig, als zu warten.
In der Ferne sah sie eine Kolonne von Soldaten, die in einer Straße schnellen Fußes patrouillierten. Irgendwas stimmte nicht, das wusste sie bereits. Es wurde ein Ausgangsverbot für die nächste ganze Woche verhängt, doch die offiziellen Stellen ließen nichts weiter verlauten.
Sie seufzte laut und drehte sich zur Tür um wieder ins Haus zu gehen.
Ein Pfeifen.
Ein Zischen.
Ein Sekundenbruchteil Stille.
Ein Donnern.
Ein Grollen.
Ein Feuersturm.
Die Alarmsirenen in ganz Lakat begannen zu heulen, während Tora auf hektische und gurgelnde Weise ihre letzten Atemzüge machte ...
„Berichten Sie, Joulesh.“, wollte die zehnte Inkarnation von Weyoun wissen.
Joulesh verneigte sich kurz vor seinem Vorgänger und rekapitulierte die momentane Lage.
„Wir werden in Kürze den Sieg davon tragen und unsere Truppen auf Cardassia Prime einsetzen und das Zentralkommando stürmen. Bis auf einzelne Stellen der Raumverteidigung konnten wir überall durchbrechen und räuchern die letzten Perimeter aus.“
„Ausgezeichnet. Die Gründer werden sehr zufrieden sein. Sagen Sie das den Truppen.“
„Sehr wohl.“
Wenig später begann der Dreadnought aus allen Rohren auf die Oberfläche diverse Ziele anzugreifen. Nicht wenige andere Schiffe taten es ihm gleich.
Insbesondere die Großstädte, Industrieanlagen und Militäreinrichtungen wurden flächenmäßig angegriffen. Die kleineren Angriffsschiffe der Jem’Hadar stürzten sich schwarmweise auf die Oberfläche und bombardierten ausgewählte Ziele.
Das Dominion ließ die Bevölkerung voll und ganz wissen, mit wem sie es zu tun hatte und dass das Jahr 2375 noch lange nicht vorbei sei.
Der First Kol’Matar gehörte zu jener Truppe, die dazu ausgewählt wurde, das cardassianische Zentralkommando von Legatin Talor zu erobern.
Etwa 140 Meter vor dem großen Eingang wurden er und etwa 600 weitere Jem’Hadar re-materialisiert.
Alle hatten ihre Befehle, nun sollte der Widerstand im Sturm ausgelöscht werden.
„ANGRIFF. FÜR DAS DOMINION!“, schrie Kol’Matar zu den Männern in seiner nächsten Nähe.
Sofort rannten die meisten los mit ihren Plasmagewehren auf alles feindliche ausgerichtet.
Automatische Schussanlagen und cardassianische Soldaten mit Disruptorstellungen feuerten mehrere Stöße auf die anrennenden Jem’Hadar Horden ab.
Kol’Matar musste mit ansehen, wie viele einfach tot umfielen und das Ziel nicht erreichten. Für sie hatte er nichts als Verachtung übrig, da sie versagt haben. Sie haben den Gründern nicht gedient.
Er sah aber auch, wie ein kleiner 3-Manntrupp eine Stellung einnahm und diese sofort gegen die Cardassianer richtete.
„VICTORY IS LIFE“, schrie er den Kriegern zu, die nun umso fanatischer den Ruf erwiderten. „VICTORY IS LIFE – SIEGEN HEISST LEBEN!“
Es war der Raum des Zentralkommandos. Die Jem’Hadar hatten ihn eingenommen und in einer Reihe an der Wand standen die diensthabenen Offiziere der Heimatverteidigung aber auch die ranghohen Militär- und Regierungsfunktionäre der cardassianischen Union.
Joulesh und Weyoun re-materialisierten sich.
Kol’Matar begrüßte die beiden und auf Weyouns Gesicht vernahm er sofort ein Lächeln.
„Schön wieder an meinem alten Arbeitsplatz zu sein. Die Wendungen der Geschichte sind immer wieder faszinierend.“, gab Weyoun von sich und nickte dem First zu. Joulesh beschränkte sich vorerst nur auf ein Nicken und wartete ab, was Weyoun nun wollte.
„First.. wie heißen Sie?“
„Kol’Matar.“
„Ich ernenne Sie zum Honored Elder. Sie haben Hervorragendes geleistet.“, Weyoun schien tatsächlich in völliger Euphorie, doch irgendwas schien Joulesh anders an Weyoun. Er kannte das psychologische Profil seines Vorgängers genau, wie so vieles war es Pflichtlektüre für Vorta. Joulesh konnte sich bereits denken, was das Problem war, doch wollte er es vorerst nicht thematisieren.
„Ich diene den Gründern in jeder Hinsicht, Weyoun.“, sagte der neue „Geehrte Ältere“ stolz von sich.
„Wir haben Gefangene gemacht. Personal, Offiziere und Entscheidungsträger. Wie sollen wir verfahren?“
„Wir sollten sie verhören“, schlug Joulesh vor,
„Nein. Das denke ich nicht.“, kritisierte Weyoun.
„Ist Talor dabei?“
„Nein. Sie muss wohl geflohen sein oder versteckt sich. Wir wissen es noch nicht. Werden es aber in Erfahrung bringen.“
Weyoun ging auf einen cardassianischen Soldaten zu.
„Sie da, wie heißen Sie?“
Der Cardassianer antwortete nicht. Sekunden später bekam er einen Gewehrkolben ins Gesicht geschlagen und brach zusammen.
„SAG IHM DEINEN NAMEN, CARDASSIANER!“
„Glinn Tolak.“
„Sehr schön. Glinn Tolak. Wie geht es Ihnen?“, fragte Weyoun weiter, als wäre der Cardassianer gerade nicht auf übelste Weise geschlagen worden.
Wieder keine Antwort. Der Jem’Hadar, der noch eben sein Gewehrkolben anwand, trat mit voller Wucht dem Glinn ins Gesicht. Die Haut platze auf und die Nase blutete.
„Lassen Sie es gut sein, Third.“, meinte Joulesh, fast schon mitleidig.
„Wo ist die Legatin, Glinn Tolak?“
„Das werde Ich Ihnen ganz bestimmt nicht ...“, wurde er plötzlich durch einen weiteren Tritt unterbrochen und so spuckte er schließlich mit etwas Blut auch ein paar Zähne aus.
„Ziehen Sie ihn hoch!“
Zwei Jem’Hadar halfen dem Cardassianer hoch und hielten ihn fest.
„Wo ist die Legatin?“
„WEG! NICHT HIER!“
Diesmal war es eine Faust und seine Magengrube, die einander konterkarierten.
„Sie ist wirklich weg. Ich weiss es nicht..“
Weyoun schüttelte den Kopf.
„Nun seien sie doch vernünftig. Wir wollen Ihnen doch nur helfen. Sagen Sie mir, wo sich die Legatin befindet und alles wird ein gutes Ende nehmen. Sie müssen doch einsehen, dass Talor eine Terroristen und Tyrannin ist. Wollen Sie etwa, dass cardassianische Volk ihretwegen weiterhin leidet?“
Tolak reagierte nicht und wieder schlug man ihn, diesmal brachen einige Rippen.
Der Cardassianer übergab sich und spuckte eine Menge Blut auf den Boden.
Weyoun schüttelte den Kopf.
„Erschießen sie ihn. Er kann uns nicht weiterhelfen!“
Die Jem’Hadar ließen Tolak los, der prompt wieder zusammensackte. Der folternde Jem’Hadar zielte auf den mittlerweile zitternden Cardassianer und feuert eine Ladung ab, die ihn sofort vaporisieren ließ.
„Kol’Matar. Fahren sie fort und befragen sie jeden weiteren. Anschließend werden alle exekutiert!“
„Jawohl, Weyoun.“
Weyoun nickte und blickte zu Joulesh. „Und wir suchen nun nach einer Komm-Einheit. Die Gründer werden wissen wollen, wie die Lage steht. Bringen Sie mir diesen Idioten Galvan. Es wird Zeit, dass er seinen Regierungsantritt plant.“
Weyoun und Joulesh verließen den Raum, während die Jem’Hadar ihre Befehle in Taten umsetzten. Nicht wenigen Cardassianern erging es am heutigen Tag genauso.
Trotz der Aufruhe in der Bevölkerung und dem Widerstand, brachte das Dominion nach drei Tagen den ganzen Planeten unter seine Kontrolle. Cardassia Prime war nach Acht Jahren wieder Teil des Dominion-Commonwealth.
_________________ Vorta Joulesh
Chief of Operations Central
Executive Vorta in Diplomatic Matters
Ambassador of Dominion in Alpha Quadrant |
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